Nierenzellkarzinom: Therapietreue für eine wirkungsvolle Behandlung

Nierenzellkarzinom: Therapietreue für eine wirkungsvolle BehandlungEin Medikament kann nur dann optimal helfen, wenn es genau so eingenommen wird wie vom Arzt verordnet. Es gibt zwei Säulen, die eine gute Therapietreue unterstützen: der Arzt und Ihre Eigeninitiative.

Wenn Sie über eine lange Zeit Tabletten zur Behandlung des Nierenzellkarzinoms einnehmen müssen, ist es nicht immer einfach, regelmäßig daran zu denken. Dies kann individuell sehr unterschiedliche Gründe haben. Doch für den Therapieerfolg ist es unumgänglich, dass Sie die Vorgaben des Arztes genau einhalten. Um Ihre Therapietreue (Adhärenz) zu unterstützen und damit den Erfolg der Behandlung zu verbessern, gibt es zwei Säulen. Die erste Säule ist die Unterstützung durch Ihren Arzt. Dabei ist ein gutes Vertrauensverhältnis eine wichtige Basis. Die zweite Säule sind Sie selbst, d. h. mit Ihrer Eigeninitiative können Sie ebenfalls viel für eine verbesserte Therapietreue tun. [1|

Was könnte Ihre Therapietreue beeinträchtigen?

Menschen haben viele Gründe, warum sie ihre Medikamente nicht regelmäßig einnehmen, dazu zählen: [1, 2]

  • Unklarheit, wie das Medikament genommen werden soll
  • Angst vor Nebenwirkungen
  • Änderung einer gewohnten Therapie
  • Unveränderte Krankheitsbeschwerden
  • Praktische Probleme (Tablettengröße, Teilbarkeit der Tablette, Handhabung der Verpackung)
  • Überforderung durch komplizierten Therapieplan (Tablettenzahl, Einnahmezeiten)
  • Vergesslichkeit, kognitive Probleme
  • Dauer und Schwere der Erkrankung

Wenn Sie Ihre Medikamente über einen langen Zeitraum einnehmen, kann Ihre Motivation zur Therapietreue mit der Zeit nachlassen. Manche Patienten beenden ihre Therapie auch ohne Rücksprache mit dem Arzt, weil sie das Gefühl haben, dass ihre Arzneimittel nicht richtig wirken. Vielleicht wissen sie auch nicht, was die Folgen eines Therapieabbruchs sein können. Bei einigen Patienten erschweren Begleiterkrankungen, wie z. B eine Depression, die Therapie-Adhärenz oder sie möchten nicht dauernd an ihre Krankheit erinnert werden.

Für die Wirksamkeit Ihrer Behandlung ist es jedoch sehr wichtig, dass Sie Ihre Medikamente konsequent einnehmen.

Möglichkeiten, Ihre Therapietreue zu erhalten – in Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt

Ein Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und Ihrem behandelnde Arzt erleichtert Ihre Therapietreue. Sie sollten darauf vertrauen, dass Ihr Arzt die für Sie beste Therapie gewählt hat, und als Patient ebenfalls hinter der Therapie stehen und diese akzeptieren. Deshalb sollten Sie alle Entscheidungen über die Therapie, z. B. welche Medikamente Sie über welchen Zeitraum einnehmen, gemeinsam treffen. Es ist sowohl zu Beginn als auch während der Therapie wichtig, alle Zweifel oder Vorbehalte, aber auch falsche Hoffnungen auszuräumen.

Vertrauen bedeutet auch, dass Sie mit Ihrem Arzt den aktuellen Krankheitsverlauf detailliert besprechen und sich mit ihm bei Fragen oder Unsicherheiten bezüglich Ihrer Medikamente beraten. Lassen Sie ihn wissen, ob die Therapie Ihre Erwartungen erfüllt, ob Sie Probleme mit Nebenwirkungen oder mit der Einnahme Ihres Medikamentes haben. Nur wenn Ihr Arzt weiß, wie Sie mit der Therapie zurechtkommen, kann er Sie entsprechend unterstützen.
Beispielsweise kann er eine Übersicht zur Einnahme der Medikamente erstellen und Ihnen diese in Form eines Merkzettels oder einer Tabelle mit nach Hause geben. Diese Übersicht kann bei jedem Kontrolltermin überprüft und aktualisiert werden, somit behalten Sie immer den Überblick über Ihre einzunehmenden Medikamente.

Lassen Sie sich gegebenenfalls noch einmal erklären, wann und wie Sie Ihr Medikament am besten einnehmen. Oder was Sie tun sollten, wenn Sie eine Tablette vergessen haben. Ihr Arzt kann Ihnen auch sonstige Tipps und Tricks sagen, wie Sie am besten für eine regelmäßige Einnahme sorgen. [3]

Möglichkeiten, wie Sie sich selbst zu Therapietreue motivieren

Es gibt einige Möglichkeiten, wie Sie Ihre Therapietreue selbst erhalten können. Hierzu ist hilfreich: [2]

  • Wenn Sie Ihr Medikament immer zu gleichen Zeit einnehmen und mit einer Tagesroutine verbinden, wie Zähneputzen, bestimmte Mahlzeiten oder Fernsehsendungen.
  • Wenn Sie sich den Wecker für den Einnahmezeitpunkt stellen oder im Handy/Computer ein Erinnerungssignal festlegen.
  • Ein Medikamenten-Tagebuch, in dem Sie notieren, ob Sie Ihre Tablette schon genommen haben.
  • Eine Pillenschachtel, in die Sie Ihre Tages- oder Wochenrationen vorbereiten.
  • Verwandte oder Freunde bitten, an die Einnahme zu erinnern.

Manche Patienten, die über einen langen Zeitraum Medikamente nehmen, sind auch hin und wieder ‚pillenmüde' oder zweifeln am Sinn ihrer Therapie. In solchen Situationen kann es motivierend sein, sich auf das nächste Geburtstagsfest eines lieben Verwandten oder ein Treffen mit guten Freunden zu freuen und sich dabei gut zu fühlen.

Quellen: 

[1] http://www.krebspatienten.info/fokus-themen/therapietreue-therapieerfolg.html (zuletzt besucht am 16.01.2017) [2] http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=4148&type=4 (zuletzt besucht am 16.01.2017) [3] http://www.krebsmagazin.de/orale-therapie-in-der-onkologie-therpietreue-zahlt-sich-aus/ (zuletzt besucht am 16.01.2017)