Unterstützung durch Freunde

Unterstützung durch FreundeFreunde können eine wichtige Stütze bei einer Krebserkrankung sein. Was Sie als Betroffener erzählen möchten, wie viel und wann, liegt ganz bei Ihnen. Offenheit auf beiden Seiten kann helfen, die Situation besser zu verarbeiten.

Für jeden Menschen ist Krebs eine beängstigende Krankheit, sowohl für den Erkrankten selbst als auch für sein soziales Umfeld. Freunde machen sich häufig Gedanken, wie sie am besten reagieren, wenn sie von der Diagnose Krebs erfahren. Für manche ist es einfacher, nicht nachzufragen oder darüber zu sprechen. Andere sind besonders mitfühlend und wirken dadurch vielleicht aufdringlich.

Sie als Betroffener können jederzeit bestimmen, wann Sie wie viel Nähe möchten und ob Sie sich gerade mit der Krankheit beschäftigen wollen. Für beide Seiten ist es hilfreich, wenn sie versuchen, sich gegenseitig zu verstehen und sich über die veränderte Situation auszutauschen.

Ist es sinnvoll Freunde zu informieren?

Es ist allein Ihre Entscheidung, ob und wann Sie Freunden von Ihrer Krebserkrankung erzählen. Wenn Sie generell persönliche Themen lieber für sich behalten, so ist das eben Ihre eigene Art mit Problemen umzugehen. In diesem Fall hilft es, dies dem Anderen freundlich aber bestimmt mitzuteilen. Die meisten Menschen möchten sich jedoch in dieser Situation einer nahestehenden Person anvertrauen oder haben einfach den Wunsch, dass ihre veränderte Lebenssituation wahrgenommen wird.

Bei vielen Patienten trägt ein Gespräch unter Freunden dazu bei, leichter mit der Krankheit umzugehen. Es kann tröstlich sein, wenn Freunde wissen, wie es Ihnen geht. [2] Außerdem können Freunde oft noch einmal andere Sichtweisen und Erfahrungen einbringen. [1]

Es kann hilfreich sein, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, wem Sie von der Krankheit erzählen und welche Informationen Sie dem Betreffenden geben möchten. Das könnte beispielsweise sein, welchen Krebs Sie haben, wie die Therapie aussieht und wie die Zukunftsaussichten oder das weitere Leben sein werden.

Das Bedürfnis, mit Freunden zu sprechen, kann sich ändern

Vielleicht werden Sie im Verlauf Ihrer Erkrankung immer wieder eine Achterbahn der Gefühle erleben. Dabei kann sich auch das Bedürfnis ändern, mit einem Freund über Ihre Krankheit zu sprechen. Denn die Reaktionen der Freunde können positive oder negative Empfindungen bei Ihnen auslösen. Vielleicht gibt es Themen, die sie lieber für sich behalten. Hierzu können z. B. Fragen der Religion oder der Ursachen einer Krankheit zählen.

Es ist in Ordnung, momentan auf ein Gespräch zu verzichten und eine Unterstützung zu einem anderen Zeitpunkt zu suchen. Wenn Sie sich darüber im Klaren sind, welche Themen Sie generell oder im Moment vermeiden möchten, können Sie sich vorab eine Strategie zurecht legen, wie Sie das Thema gegebenenfalls am besten wechseln. [2]

Hilfe von Freunden annehmen

Viele Freunde möchten Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen und fragen, wie sie Ihnen helfen können. Es kann für Sie schwierig sein, Hilfe anzunehmen, oder Sie möchten Schwierigkeiten lieber alleine meistern. Auch wenn Sie im Moment keine Unterstützung möchten, kann sich das auch wieder ändern.

Lassen Sie zu, dass sich Freunde in bestimmten Situationen um Sie kümmern, beispielsweise im Haushalt oder Garten helfen, oder mit Ihren Kindern einen Ausflug unternehmen. Vielleicht könne Sie die freundschaftliche Fürsorge sogar genießen. Es ist aber genauso wichtig und in Ordnung, dass Sie Grenzen setzen, wenn Ihnen dies zuviel ist. [2]

Unverständnis auf Seiten der Freunde

Es gibt eventuell auch Phasen, in denen Freunde Ihnen gegenüber ungeduldig oder ärgerlich sein können. Meist ist Ihre Situation hierfür der Auslöser und nicht Sie selbst. Insbesondere, wenn Sie sich zurückziehen oder auf gewohnte gemeinsame Aktivitäten verzichten. [2]

Wenn Sie Freunden offen sagen, wie es Ihnen geht, werden die meisten auf Ihre Gefühle sensibel reagieren. Es gibt aber Situationen, in denen der Gegenüber nicht erkennen kann, was Ihnen im Moment gut tut. Der Ihnen dann beispielsweise sagt, dass „schon alles gut ausgehen werde", anstatt Ihre möglichen Befürchtungen anzuerkennen, oder sofort das Thema wechselt. Manche Menschen können nicht so gut zuhören, vielleicht weil sie sich aufgrund eigener Erfahrungen nicht gerne mit dem Thema auseinandersetzen oder einfach unsicher sind. [2]

Gemeinsame Aktivitäten mit Freunden

Gute Freunde werden Verständnis dafür haben, dass Sie eventuell nicht wie früher an Ausflügen, am Sport oder an Feiern teilnehmen können. Sie werden respektieren, wenn Sie sich etwas zurücknehmen. Vielleicht hilft es auch, wenn Sie äußern, wie Sie gerne die gemeinsame Zeit verbringen möchten.

Quellen: 

[1] https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/leben-mit-krebs/angehoerige-und-freunde/mit-angehoerigen-und-freunden-ueber-krebs-.html (zuletzt besucht am 16.01.2017) [2] http://www.cancer.org/Treatment/UnderstandingYourDiagnosis/TalkingaboutCancer/talking-with-friends-and-relatives-about-your-cancer (zuletzt besucht am 16.01.2017)

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