Reha bei Krebs: ein Recht auf Nachsorge

Reha bei Krebs: ein Recht auf NachsorgeEine Reha nach einer Krebserkrankung soll Patienten die Rückkehr in den Alltag erleichtern. Sie erhalten eine auf Sie zugeschnittene Unterstützung. Dazu können ganz unterschiedliche Maßnahmen in Frage kommen.

Für Patienten, bei denen ein Tumor festgestellt worden ist, dient eine Anschlussbehandlung (AHB) oder eine Rehabilitation (Reha) als ergänzende Maßnahme für eine optimale Versorgung. Eine AHB erfolgt im direkten Anschluss an den Krankenhausaufenthalt und die Notwendigkeit der Maßnahme stellt das Krankenhaus fest. Eine Reha kann binnen eines Jahres nach Behandlungen und Therapien erfolgen und setzt ein medizinisches Gutachten für eine Genehmigung voraus.

Beide Maßnahmen sollen mögliche Nebenwirkungen der Krankheit oder der Behandlungen verringern und gleichzeitig den Erfolg der bereits durchgeführten Therapien festigen. Eine Reha bei Krebs wird speziell auf den Einzelnen abgestimmt – je nach Art der Erkrankung und dem individuellen Krankheitsverlauf. Ziel ist es, Krebspatienten bei der Wiedererlangung sowie dem Erhalt körperlicher, beruflicher oder sozialer Fähigkeiten zu unterstützen. [1]

Reha bei Krebs für mehr Lebensqualität

Mit Hilfe spezieller, auf den Krebspatienten abgestimmten Reha-Maßnahmen steigt das allgemeine Wohlbefinden des Krebspatienten und seine Beschwerden gehen deutlich zurück. Die positiven Wirkungen bei einer Reha nach Krebs werden noch verstärkt, wenn im Anschluss an die stationäre Rehabilitation weiterhin ambulante Therapien durchgeführt werden. [8] Dadurch werden vor allem das Selbstwertgefühl gestärkt und der eigene Körper besser akzeptiert. [8]

Auch wenn eine Reha bei Krebs in den meisten Fällen äußerst wertvoll ist, muss kein Krebserkrankter an einer Reha-Maßnahme teilnehmen. Da eine Reha immer speziell auf Ihre individuelle Erkrankung abgestimmt wird und die vorangegangenen Behandlungen und Therapien mitberücksichtigt werden, ist eine Teilnahme aber eine Überlegung wert – zumal fast allen Krebspatienten eine Reha zusteht. Die Rahmenbedingungen sind für gesetzlich Versicherte im Sozialgesetzbuch festgelegt (SGB V). Für privat Versicherte und Beihilfeberechtigte gibt es eigene Bestimmungen. [9]

Krebs-Reha: Maßnahme muss selbst beantragt werden

Um Leistungen zu bekommen, müssen Sie eine Reha-Maßnahme selbst beantragen. Sie erfolgt nicht automatisch. [2]. Sie müssen daher klären, wer Ihnen die Leistungen bewilligen kann. [1] Für Rehabilitationsleistungen sind in Deutschland unterschiedliche Leistungsträger zuständig.

Grundsätzlich ist der Antrag beim zuständigen Leistungsträger zu stellen. Da jedoch alle Träger zur Zusammenarbeit verpflichtet sind, wird Ihr Antrag, egal bei wem Sie ihn gestellt haben, binnen 14 Tagen an den für Ihren Fall zuständigen Leistungsträger weitergeleitet. Zudem finden Sie deutschlandweit gemeinsame Servicestellen der Rehabilitationsträger, die Ihnen bei der Antragstellung behilflich sind. [3] Das können beispielsweise die Reha-Servicestellen der Deutschen Rentenversicherung sein

Wer ist der richtige Ansprechpartner?

Welcher Leistungsträger für Ihre Anschlussbehandlung (AHB) bzw. Ihre Reha bei Krebs zuständig ist, muss von Fall zu Fall geprüft werden.

  • Die Rentenversicherung übernimmt in der Regel Behandlungen, die der Wiedereingliederung ins Berufsleben dienen.
  • Die Unfallversicherung ist zuständig, wenn die Behandlungen aufgrund einer Berufskrankheit (etwa Hautkrebs bei Betroffenen, die ständig im Freien arbeiten müssen) oder einer arbeitsbedingten Gesundheitsgefahr (wie Einatmen von mineralischem Staub) notwendig geworden sind.
  • Die Krankenversicherung zahlt, wenn Reha-Maßnahmen erforderlich sind, um eine Behinderung oder Pflegebedürftigkeit abzuwenden oder zu lindern.

Wenn Sie privat versichert sind, hängt es von Ihrem Vertrag ab, ob die Kosten übernommen werden. Klären Sie das unbedingt im Vorfeld. In der Regel werden die Ausgaben für eine Anschlussheilbehandlung aber übernommen.

Die Sozialhilfe ist als Leistungsträger für alle beantragten Maßnahmen zuständig, die nicht in den Zuständigkeitsbereich anderer Reha-Träger fallen. [4]

Wenn Sie unsicher sind, wer für Sie der richtige Leistungsträger ist, dann wenden Sie sich an die gemeinsamen Servicestellen der Rehabilitationsträger. [3]

Möglichkeiten einer Reha bei Krebs

Eine Krebs-Reha erfolgt binnen eines Jahres nach der Krebsbehandlung und dauert in der Regel drei bis vier Wochen. Dabei kann es durchaus auch zu Wartezeiten von drei Monaten oder mehr kommen – je nachdem wo Sie untergebracht werden oder untergebracht werden wollen. Die Reha kann stationär oder ambulant erfolgen. Eine Verlängerung ist möglich, wenn Arzt oder Klinik die Verlängerung medizinisch-therapeutisch begründen. [5]

Man unterscheidet grundsätzlich:

  • Die medizinische Rehabilitation
    Sie umfasst – meist medizinische – Maßnahmen, die auf die Erhaltung oder Besserung des Gesundheitszustands ausgerichtet sind. [5] So regt etwa eine therapiebegleitende Krankengymnastik den Kreislauf an und kräftigt die Muskulatur. [6]
  • Die berufliche Rehabilitation
    Sie dient der Eingliederung des Krebspatienten in sein vorheriges Arbeitsleben. Dabei kann es sich um Maßnahmen wie Umschulung, Weiterbildung oder Umgestaltung des früheren Arbeitsplatzes auf die jetzigen Bedürfnisse des Erkrankten handeln.
  • Die soziale Rehabilitation
    Sie zielt auf die Bewältigung der individuellen Anforderungen im Alltag ab. [1] Ist der Patient z. B. nicht in der Lage, seinen Haushalt eigenständig zu führen, wird ihm je nach Hilfebedarf eine Haushaltshilfe bewilligt.
  • Die onkologische Rehabilitation
    Sie gehört zur medizinischen Rehabilitation und wird oft in einer Spezialklinik durchgeführt. Die Reha bei Krebs bietet neben medizinischen Behandlungen u. a. auch Physiotherapie, Sport, psychologische Beratung, Entspannungsverfahren, kreative Therapien und Ernährungsberatung an.

Was müssen Sie zuzahlen?

Auf wie viele Behandlungstage die Reha-Zuzahlung begrenzt ist, hängt von der Art der Leistung, von der Dauer der Leistung und vom Kostenträger ab.

  • Zu stationären Vorsorge- und Reha-Maßnahmen müssen Sie eine festgelegte Zuzahlung leisten. Diese ist für die gesamte Dauer der Maßnahme zu zahlen, längstens jedoch 42 Tage.
  • Bei einer onkologischen Reha unmittelbar im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung müssen Sie für längstens 14 Tage eine Zuzahlung leisten.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen (geringes Einkommen oder ALG II) können sich Versicherte vollständig oder teilweise von den Zuzahlungen befreien lassen.

Zuzahlungen, die Sie im laufenden Kalenderjahr bereits für eine Krankenhausbehandlung oder AHB geleistet haben, werden angerechnet. [7]

Quellen: 

[1] Bundesministerium für Gesundheit, http://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/online-ratgeber-krankenversicherung/medizinische-versorgung-und-leistungen-der-krankenversicherung/vorsorge-und-rehabilitation.html#c7309 (zuletzt besucht am 16.01.2017) [2] www.reha-patient.de – Das Informationsportal für Rehabilitation und Gesundheit, http://www.reha-patient.de/02_reha_antrag.php (zuletzt besucht am 16.01.2017) [3] Deutsche Rentenversicherung – Reha Servicestellen, http://www.reha-servicestellen.de/ (zuletzt besucht am 16.01.2017) [4] Arbeitskreis Gesundheit, https://www.arbeitskreis-gesundheit.de/reha-beratung/der-weg-zur-rehabilitation/ (zuletzt besucht am 16.01.2017) [5] betanet - Suchmaschine für Krankheit und Soziales, http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Anschlussheilbehandlung-17.html (zuletzt besucht am 16.01.2017) [6] MedizInfo - Therapiemöglichkeiten bei Krebs, http://www.medizinfo.de/krebs/allgemein/therapie.shtml (zuletzt besucht am 16.01.2017) [7] Rehabilitation nach Tumorerkrankungen, Patienteninformation der Deutschen Rentenversicherung, 11. Auflage (8/2016) [8] Strathaus R., Tanzen schenkt Lebensmut, Medical Tribune 09.10.2006 [9] Deutsches Krebsforschungszentrum http://www.krebsinformation.de/leben/alltag/rehabilitation-nach-krebs.php (zuletzt besucht am 16.01.2017)