Nierenkrebs Nachsorge − regelmässige Kontrolle ist wichtig

Nierenkrebs Nachsorge − regelmäßige Kontrolle ist wichtigBei Patienten mit Nierenkrebs im Frühstadium ist es wichtig, dass der Therapieerfolg nach der Operation regelmäßig kontrolliert wird. Deshalb sollten langfristig Nachuntersuchungen durchgeführt werden.

Bei Patienten mit Nierenkrebs (Nierenzellkarzinom) ist die chirurgische Entfernung der Geschwulst (Tumor) die Standardtherapie im Frühstadium der Krankheit. Im Anschluss daran sollten in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden. Die Patienten profitieren in vielerlei Hinsicht von dieser langfristigen Nachsorge.

Warum sollten Patienten mit Nierenkrebs regelmäßig untersucht werden?

Bei der Nachsorge stehen mehrere Ziele im Vordergrund: [1]

  • Ein Wiederauftreten der Krankheit (Rezidiv) und/oder die Entstehung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) soll möglichst frühzeitig erkannt werden. Dadurch erhöht sich gegebenenfalls die Chance auf eine wirksame Behandlung.
  • Beschwerden, die als Spätfolgen der Krankheit entstehen oder durch begleitende Therapien, wie z. B. Medikamente oder Bestrahlung, hervorgerufen werden, können häufig rechtzeitig festgestellt und entsprechend behandelt werden.
  • Nach einer vollständigen oder teilweise Entfernung der Niere ist die Nierenfunktion eingeschränkt und der Blutdruck häufig erhöht. Daher sollten auch die Leistungsfähigkeit der Nieren sowie die Blutdruckwerte regelmäßig überwacht werden. Bei Bedarf wird der Arzt eine entsprechende
    Therapie einleiten.
  • Außerdem kann der Arzt den Patienten gegebenenfalls bei seelischen Problemen unterstützen, die sich bei vielen Betroffenen aufgrund der Krebserkrankung entwickeln.

Von großer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch eine gute Therapietreue. Demnach ist es wichtig, dass der Patient nicht nur seine Medikamente genauso wie vom Arzt verordnet einnimmt, sondern auch die Untersuchungstermine zuverlässig wahrnimmt.

Art und Umfang der Nachsorge richten sich nach der individuellen Prognose

Für die langfristige Nachsorge bei Nierenkrebs-Patienten existieren bisher noch keine einheitlichen Leitlinien über Art, Umfang und zeitliche Abstände der Kontrolluntersuchungen. Der Grund dafür ist, dass der Nierenkrebs eine seltene Erkrankung ist und daher noch nicht genügend Daten für eine gesicherte Empfehlung vorhanden sind. Das bedeutet, dass die Nachsorge je nach behandelndem Arzt bzw. behandelnder Klinik unter Umständen unterschiedlich gehandhabt wird. [1]

Mehrere Fachgesellschaften haben jedoch bereits unverbindliche Empfehlungen formuliert, die alle eine sogenannte risikoadaptierte, also eine an das Risiko des Patienten angepasste Nachsorge befürworten. Grundlage bildet hierbei die jeweilige Prognose. Diese beschreibt, wie hoch das Risiko ist, dass der Tumor wieder auftritt (Rezidiv) oder Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden könnte, und ist für jeden Patienten individuell unterschiedlich. [1]

Um die Prognose abschätzen zu können, werden verschiedene Kriterien berücksichtigt. Hierzu gehören unter anderem die Größe und Ausbreitung des Tumors, das Vorhandensein von Tochtergeschwülsten zum Zeitpunkt der Diagnose und die Eigenschaften des Tumorgewebes unter dem Mikroskop. Anhand dieser Merkmale kann der Arzt quasi einen Steckbrief des Tumors erstellen und auf dieser Grundlage Art und Häufigkeit der Kontrolluntersuchungen planen. [1]

Die Kontrolle beinhaltet verschiedene Untersuchungsmethoden

Ein wesentlicher Bestandteil der Kontrolluntersuchungen sind verschiedene bildgebende Verfahren. Hierzu gehören Ultraschalluntersuchung (Sonographie), aber auch Computertomographie (CT) des Oberbauchs (Abdomen) und der Lunge (Thorax) oder Magnetresonanztomographie (MRT). Eine Röntgenuntersuchung der Lungen oder eine Bronchoskopie, d. h. die Untersuchung der Atemwege mit Hilfe einer endoskopischen Kamera, sind unter Umständen ebenfalls Teil der Nachsorge. [1–5]

Außerdem werden bei den Kontrolluntersuchungen jeweils der Blutdruck, der Gehalt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin (Hb-Wert) und der sogenannte Kreatininwert gemessen. Kreatinin ist ein Stoffwechselprodukt des Körpers, das fast vollständig über die Nieren ausgeschieden wird. Ist die Konzentration im Blut zu hoch, kann dies auf eine Funktionsstörung der Nieren hindeuten. Einige Empfehlungen befürworten die Bestimmung weiterer Laborwerte wie die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und die Blutkonzentration der alkalischen Phosphatase. [1–5]

Darüber hinaus wird der Arzt regelmäßig den allgemeinen körperlichen Gesundheitszustand des Patienten untersuchen. Die zeitlichen Abstände zwischen den Untersuchungsterminen können vierteljährlich bis zweijährlich sein, abhängig davon, welche Prognose der Patient aufweist und wie lange die Operation zurückliegt. [1]

Unmittelbare Nachsorge nach der Operation

Von dieser langfristigen Nachsorge wird die unmittelbare Nachsorge unterschieden, die direkt im Anschluss an die Nierenoperation erfolgt. Dabei wird das Naht- und Klammermaterial entfernt und der Patient im Hinblick auf mögliche Wundheilungsstörungen, Nachblutungen, Entwicklung von Fieber sowie Narbenbruch überwacht. Auch die Nierenfunktion wird bereits zu diesem Zeitpunkt überprüft. Ziel der unmittelbaren Nachsorge ist es, Komplikationen, die infolge der Operation entstehen können, sofort zu erkennen und bei Bedarf zu behandeln. [1]

Quellen: 

[1] Das Lebenshaus e. V. Broschüre: Diagnose Nierenkrebs: Nachsorge (Stand: August 2012). [2] Das Lebenshaus e. V. Patientenratgeber Nierenkrebs (Stand: Februar 2008). [3] Doehn C, et al.: The diagnosis, treatment and follow-up of renal cell carcinoma. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 590-96. DOI: 10.3238/arztebl.2016.0590 [4] Das Lebenshaus e. V. Basisbroschüre: Diagnose Nierenkrebs! (Stand: September 2011). [5] Universitätsklinikum Ulm. Nierenzellkarzinom http://www.uniklinik-ulm.de/struktur/zentren/cccu/home/fuer-patienten-und-angehoerige/krebsbehandlung/krebs-spezifisch/nierenzellkarzinom.html#c51658 (zuletzt besucht am 16.01.2017)

Weiter lesen